Warum ist Kalzium wichtig?
Kalzium ist für den Körper von Hunden und Katzen unverzichtbar. Ein großer Teil befindet sich in den Knochen, doch auch Nerven, Muskeln und der empfindliche Säure-Basen-Haushalt sind auf eine ausreichende Versorgung angewiesen.
Gerade im Wachstum spielt Kalzium eine zentrale Rolle. Dabei kommt es nicht nur auf die absolute Menge an, sondern auch auf ein ausgewogenes Verhältnis von Kalzium und Phosphor.
Was passiert bei zu wenig Kalzium?
Bekommt ein Tier zu wenig Kalzium, kann es unter anderem zu Krämpfen kommen. Besonders empfindlich ist die Wachstumsphase bei jungen Hunden. In dieser Zeit ist ein fein abgestimmtes Verhältnis von Kalzium und Phosphor notwendig, damit beide Mineralstoffe richtig verwertet werden können.
Ist dieses Verhältnis gestört, kann der Körper die Mineralstoffe nicht mehr optimal nutzen. Krankhafte Veränderungen am Skelett können die Folge sein. Im Zusammenhang mit Fehlentwicklungen im Wachstum werden unter anderem Erkrankungen wie Hüftdysplasie oder Ellenbogendysplasie diskutiert.
Warum ist zu viel Kalzium ungesund?
Viele Tierhalter denken bei diesem Thema zunächst nur an einen Mangel. Doch auch ein Zuviel an Kalzium kann problematisch sein. Die Devise „viel hilft viel“ ist hier gerade nicht sinnvoll.
Kommt zu viel Kalzium im Körper an, kann dies ebenfalls zu Wachstumsstörungen beitragen. Besonders bei Jungtieren ist eine übermäßige Kalziumzufuhr daher ebenso kritisch zu betrachten wie eine Unterversorgung.
Wie kann zu viel Kalzium andere Nährstoffe blockieren?
Wird zu viel Kalzium gefüttert, kann es außerdem zu einem sogenannten sekundären Zink- und Kupfermangel kommen. Gemeint ist damit: Zink und Kupfer sind zwar grundsätzlich im Futter vorhanden, können aber durch den Kalziumüberschuss nicht mehr ausreichend aus dem Darm in den Körper aufgenommen werden.
Die Folge kann ein funktioneller Mangel sein, obwohl die Nährstoffe eigentlich enthalten wären. Ein Mangel an Kupfer und Zink kann unter anderem mit folgenden Problemen verbunden sein:
- Bindegewebsstörungen
- Wachstumsstörungen
- Blutarmut (Anämie)
- Störungen in der Knorpelbildung
- weiche Sehnen und Bänder
- Haarverlust
- borkige und rissige Haut
Gerade bei Junghunden kann dies dazu führen, dass sie insgesamt instabil wirken oder auffällig „schlacksig“ laufen.
Welche Zutaten enthalten viel Kalzium?
Besonders kalziumreich sind zum Beispiel:
- Knochen
- Knochenmehl
- Eierschalen
- Dicalciumphosphat
- Calciumcarbonat
- Monocalciumphosphat
- Kalziumzitrat
- Algenkalk
- viele Mineralstoffpulver
Werden solche Komponenten zusätzlich zu einem bereits ausgewogenen Grundfutter gegeben, kann die Kalziumzufuhr schnell zu hoch werden.
Warum kommt es so häufig zu Fehlern?
Eine fehlerhafte Kalziumfütterung entsteht oft nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Unsicherheit oder gut gemeinter Fürsorge. Manche Tierhalter füttern zusätzlich zum Grundfutter noch Knochen, Algenkalk oder andere kalziumreiche Zutaten, weil sie ihrem Tier etwas Gutes tun möchten.
Dabei ist wichtig zu wissen: Ein Alleinfuttermittel ist grundsätzlich so zusammengesetzt, dass es den Bedarf von Hund oder Katze in der jeweiligen Lebensphase abdeckt, wenn die empfohlene Menge gefüttert wird. Werden zusätzlich kalziumreiche Zutaten ergänzt, kann das Gleichgewicht gestört werden.
Genau hier liegt das Problem: Nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel oder unausgewogenes Kalzium kann gesundheitliche Folgen haben. Deshalb lohnt es sich, Ergänzungen nicht „vorsichtshalber“, sondern gezielt und fachlich abgestimmt einzusetzen.
Fazit
Kalzium ist lebenswichtig – aber mehr ist nicht automatisch besser. Sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss können gesundheitliche Folgen haben. Besonders im Wachstum ist eine ausgewogene Versorgung entscheidend.
Werden zusätzlich zu einem bereits vollständigen Futter kalziumreiche Zutaten ergänzt, kann dies das Gleichgewicht empfindlich stören. Bei Unsicherheiten zur Fütterung oder zur richtigen Mineralstoffversorgung ist eine individuelle Einschätzung sinnvoll.