Gefahren im Advent
Die Wohnungen werden hübsch geschmückt. Überall duftet es nach frisch gebackenen Plätzchen. Schoko-Weihnachtsmänner bevölkern die Kaffeetafeln in Massen.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt...
HALT!
So besinnlich diese Zeit ist – sie birgt auch viele Gefahren für unsere Hunde und Katzen.
Nicht nur der Tannenbaum hält Einzug ins heimische Wohnzimmer, auch Weihnachststern, Christrose, Mistel und Stechpalme bringen frisches Grün in die dunkle Jahreszeit. Was haben diese Pflanzen sonst noch gemeinsam? Sie sind alle giftig für unsere Vierbeiner! Die ätherischen Öle der Tannennadeln können zu Nieren- und Leberschäden führen. Die meisten Tiere werden die pieksigen Dinger eher nicht fressen. Wer jedoch einen vierbeinigen Staubsauger zuhause hat, sollte auf einen echten Tannenbaum verzichten und einen aus Plastik vorziehen. Manche Weihnachssternsorten sind wenig gefährlich, andere sind sehr giftig. Es existiert ein Fallbericht, wo ein Hund nach Auffressen von 3 Blättern verstorben ist. Misteln werden meist aufgehangen, damit sich ein Pärchen darunter küsst. Einmal aufgehangen, trocknet die Pflanze schnell aus und die weißen Beeren fallen herab. Vor allem diese weißen Beeren sind für Hund und Katzegiftig. Es kann zu lokalen Reizungen und Herz-Kreislauf-Problemen kommen. Die Stechpalme (Ilex) mit ihren wunderschönen roten Beeren ist sehr giftig. Bereits 20 Beeren können für einen Vierbeiner tödlich sein. Wird die hübsche Christrose gefressen, kann dies zu Durchfall und Kollaps führen. Die genannten Pflanzen bitte entweder außerhalb der Reichweite des Vierbeiners aufstellen oder erst gar nicht ins Haus lassen.
Weihnachtsdeko ist meist ungeeignet für neugierige und verspielte Vierbeiner. Schnell geht die eine oder andere Christbaumkugel splitternd zu Bruch oder ein Holzmännchen ist verschluckt. Deko sollte man immer außerhalb der Reichweite seines Hundes anbringen und den Weihnachtsbaum gut sichern, falls die Katze ihn erklimmt. Wer einen tollpatschigen Chaoten zu Hause hat, sollte bei der Wahl der Dekoartikel die Bruchsicherheit bedenken und auf kleine Teile verzichten, die einfach verschluckt werden könnten. Tollende Junghunde vertragen sich auch eher schlecht mit brennenden Kerzen.
So gerne wir zu Weihnachten Schokolade essen, für unsere Vierbeiner stellt sie eine echte Gefahr dar. Das enthaltene Theobromin ist für Hunde und Katzen giftig. Je dunkler die Schokolade, desto gefährlicher. Bereits kleine Mengen können schwere Vergiftungserscheinungen auslösen. Bei Hunden gilt: 20g Zartbitterschokolade pro kg Körpergewicht können bereits tödlich sein. Ein Beispiel: Für einen 5 kg schweren Dackel kann eine 100 g-Tafel lebensgefährlich sein. Katzen reagieren noch empfindlicher, da sie kleiner sind und Theobromin langsamer abbauen.
Darum gilt: Jede Art von Schokolade sicher aus der Reichweite der Vierbeiner aufbewahren. Informieren Sie auch Kinder und Gäste, damit der Weihnachtsabend nicht bei Tierarzt endet
Sollte die Schokolade bereits verspeist sein, kontaktieren Sie bitte umgehend einen Tierarzt. Je nach Menge und Kakaogehalt, kann eine schnelle Behandlung notwendig sein.
Auch Plätzchen bergen manche Gefahr: Macadamianüsse, Rosinen und Weintrauben sind sowohl für Hunde als auch für Katzen giftig. Schon wenige Macadamianüsse können bei Hunden zu Steifheit, Koordinationsstörungen oder Leberschäden führen. Weintrauben und Rosinen können bei beiden Tierarten zu akutem Nierenversagen führen.
Bitte halten Sie diese Zutaten konsequent von unseren Vierbeinern fern. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet beim Backen ganz auf diese beiden Zutaten.
Ist Heiligabend endlich gekommen, gilt: Reste vom Braten gehören nicht in den Futternapf! Das Fleisch ist meist stark gewürzt oder fettig – viele Tiere vertragen das nicht. Erbrechen und Durchfall sind häufig die Folge.
Auch gekochte Knochen – egal von welchem Tier – gehören nicht in den Napf! Sie können splittern und zu Verletzungen im Maul, in der Speiseröhre oder im Magen-Darm-Trakt führen. Eine Not-Operation an Heiligabend ist sicher nicht Teil der Festtagsplanung.
Wenn alle Tierhalter ein paar einfache Dinge beachten, steht einer wunderbaren und sicheren Weihnachtszeit nichts im Wege.
Eine entspannte Adventszeit und ein fröhliches Weihnachtsfest wünsche ich allen Zwei- und Vierbeinern!